PSYCHE UND MATERIE

Psyche und Materie

Es besteht zwischen dem zentralen Nervensystem und dem neuroendokrinen System über das Immunsystem eine Verbindung, welche Änderungen in Hinblick auf die genetische Expressivität erzeugen kann.
 
Es gibt Studien, unter anderem von Prof. Spaggiari und von Frau Dr. Merati vom Krankenhaus Borromeo in Mailand, die belegen, dass der kombinierte Ansatz der Öko-Biopsychologie - der die Integration von Techniken wie die imaginative Entspannung, die psychoanalytische Psychotherapie in der Fachrichtung Psychosomatik, das klinische Gespräch - wesentliche strukturelle Änderungen im Patienten erzeugen kann. Diese Änderungen haben tiefreichende, psychoneuroendokrinoimmunologische Auswirkungen, die eine Neustrukturierung des Organismus zur Folge haben.

Der öko-biopsychologische Ansatz findet seine Grundlagen in jenen Forschungszweigen, welche die Psyche und den Körper als tief ineinander verwurzelte und unauflöslich verbundene Einheit und den Menschen als komplexes und vielgliedriges System ansieht, das sich aus psychischen, physischen und sozialen Elementen zusammensetzt. Dies erfordert eine auf langjähriger Erfahrung bauende Kompetenz, um diese Zeichen des Körpers zu verstehen.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen

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Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind die Grundlage zur Entwicklung des Individuums.

Das Leben ist ein untrennbares Kontinuum, dessen Wurzeln bis in die pränatale Phase reichen. In diesem Kontinuum ist das Individuum eine Einheit aus Psyche und Körper, die synchron miteinander verbunden sind: der Uterus ist der erste ökologische Raum zu Beginn des menschlichen Daseins. Die intrauterine Phase des ungeborenen Kindes ist eine primäre Lernphase, welche die sozialen Fähigkeiten des Kindes bestimmen wird. Diese intrauterine Erfahrung des Fötus ist ausschlaggebend für die zukünftige Persönlichkeitsentwicklung.

Diese Wartezeit ist Teil der Entwicklung des Individuums und bedingt den Einsatz von angeborenen Fähigkeiten der Frau und des Paares, welche sich bei der Befruchtung, der Schwangerschaft und der Geburt kondensieren. Die Einbindung in dieses Geschehen ermöglicht es dem Paar in einen sehr persönlichen, intimen Bereich einzutreten, in dem es die Fähigkeit zum sich-selbst-zuhören erprobt. Diese Haltung ermöglicht in der Frau/dem Paar die Entwicklung eines tieferen Verständnisses des Schwangerschaftsverlaufs, des Gesundheitszustandes von sich selbst und vom Fötus und der Akzeptanz bzw. des Einklangs mit diesem Geschehnis. Die externen Kontrollen und Instrumente, welche die Möglichkeit der Zeugung eines biologisch gesunden Fötus analysieren, sind ein integrierender Bestandteil des vorab beschriebenen Prozesses und dürfen nicht als Ersatz für die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung und der Emotionen der Mutter/des Paares.
 
Die Abwendung vom eigenen "Selbst" führt häufig zur zwanghaften Suche nach wissenschaftlich-technologischen Hilfsmitteln als Ersatz der eigenen, natürlich angeborenen Fähigkeiten. Wenn dieser Prozess durch zunehmende Furcht und Beklemmung gestört wird, kann dies den Schwangerschaftsverlauf beeinflussen und beeinträchtigen und mitunter zu Fehlgeburten, Frühgeburten, Gestose, Spätgeburt und in den schlimmsten Fällen zu Schwangerschaftsunterbrechungen führen.
Für Paare ist es häufig schwierig, die eigene psychophysische Einheit wiederzuerlangen und jene Energien, die zur Zeugung eines Kindes notwendig ist, freizulassen. Es ist darum notwendig, sein eigenes Ich in dessen umfassendem, globalen Verständnis als unumgängliche, unbedingt notwendige Voraussetzung für das eigene Wohlbefinden zurückzugewinnen.
 
Der Verlauf und der Abschluss einer Schwangerschaft, von der Geburt bis zum zukünftigen Verhältnis mit dem Kind, hängen grundlegend von der Fähigkeit der Eltern ab, sich von der eigenen Herkunftsfamilie abzulösen und sich zu emanzipieren. Personen und Paare, die nicht davon loskommen oder Traumata auf emotionaler, zwischenmenschlicher Ebene mit sich tragen - beispielsweise Verlassensängste - werden diese Zeit mit gemischten Gefühlen durchleben und durch das Gefühl der Unzulänglichkeit und der Furcht, keine gute Mutter oder Vater zu sein, gekennzeichnet sein. Diese Form der Selbstwahrnehmung wird auch die spätere Beziehung zum Kind wesentlich beeinflussen und sich in der Fähigkeit, sich um das Kind zu kümmern und dabei ausgewogene Verhältnisse in der Mutter-Kind-Paar-Beziehung herzustellen, zeigen.

Die Vorstellung des Fötus als passives Wesen muss drastisch gewandelt werden, denn er ist interaktiv und reagiert auf externe psychosomatische Reize der Innen- und Außenwelt der Mutter, des Vaters und aller anderen Personen, die mit ihm in Verbindung stehen. Wenn die pränatalen Beziehungen integriert und behaglich sind, so wir der Fötus weder andauernde Ängste noch das tiefreichende Gefühl der Unzulänglichkeit aufgrund von Verlassensängsten erleben. Die Möglichkeit, ein positives und behagliches pränatales Gefühlsleben zu haben bildet die Grundlage für die Entwicklung seiner psychoaffektiven bzw. psychosomatischen Identität.

Die postnatale Zeit ist eine Fortsetzung dieser dialogischen Beziehung auf der Grundlage dieser intrauterinen Erfahrung, die sich aus dem Mutter-Vater-Kind Zusammenspiel entwickeln konnte; so werden die Rhythmen reguliert und die Fähigkeit entwickelt, die gegenseitigen Bedürfnisse im Respekt der jeweiligen Freiräume zu verstehen.
Zeit, Raum, Regeln, Einschränkung des Erwachsenen, Gefühls- und Vorstellungswelt des Kindes, all das bildet die Grundlage für seine spätere Entwicklung. Die mnestischen Verhältnisse die daraus entspringen bestimmen die Realitätswahrnehmung des Kindes und beeinflussen dessen zukünftige zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Form der Anhänglichkeit des Kindes entwickelt sich bereits ab dem Zeitpunkt der Geburt durch die Verhaltensweisen der Eltern.

Schon von der Geburt an steht das Kind in enger Verbindung mit seinem sozialen Umfeld; die Verhaltensweisen seiner Bezugspersonen mit ihm weisen schon in den ersten Wochen einen hohen Grad an Koordination und vielseitiger Interaktion auf. Die ersten sozialen Beziehungen beeinflussen die Erlernung der Sprache und die allgemeine kognitive Entwicklung maßgeblich.
Die sensomotorischen und sprachlichen Schemen spielen sich in einem von Erwachsenen geschaffenen bzw. strukturierten Umfeld ab, in dem die Wechselbeziehung zwischen Eltern und Kind ausschlaggebend sind; darin soll dem Kind die Möglichkeit geboten werden, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und auszubilden.

Verzüge verschiedenen Grades in der Entwicklung spiegeln die Art der Eltern-Kind-Interaktionen wider, in der es versäumt wurde, sich gegenseitig kennenzulernen und keine interaktiven koordinierten Kodizes entwickelt wurden. Kind und Eltern sind dabei hinsichtlich der zeitlichen Aspekte der Beziehung und der Berechenbarkeit der jeweiligen Verhaltensweisen desorientiert. Diese Beziehungsstörungen äußern sich häufig durch verspätetes Erlernen der Sprache und Verhaltensauffälligkeiten oder psychomotorischen Störungen, Schlaf- und Essstörungen, psychosomatischen Störungen, Enurese oder Enkopresis bis hin zu den schlimmsten Fällen von Entwicklungspsychosen.
Das Kind wächst selbstständig, mit einer eigenen Persönlichkeit und ohne Beziehungsstörungen auf, wobei dies auch von den Projektionen und Regressionen des Erwachsenen abhängt, denen das Kind ausgesetzt ist, also auch in Abhängigkeit davon, inwieweit die Beziehung sich nach dem Grundsatz einer synchronen Abhängigkeit-Unabhängigkeit festigt. Je eher das Kind in seiner Entwicklung als eigenständige, aktiv agierende und interagierende Person heranwachsen kann, desto eher wird dieser Prozess harmonisch und störungsfrei verlaufen.                                                               

Nähere Informationen

Für nähere Informationen kontaktieren Sie uns einfach und vereinbaren Sie bitte einen Termin bei Frau Dr. Donatella Pando.
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